Der Karriere-Freitag auf der LBM18 – Top oder Flop?

Inyawen schreibt / Montag, 26.März.2018

Die Leipziger Buchmesse 2018 war tatsächlich meine Erste. Doch anstatt alle Messetage mitzunehmen und mich in den Tiefen der Hallen zu verlieren, kam ich eigens für den Karrieretag am Freitag angereist. Ob es sich gelohnt hat? Ob ich es nochmal tun würde? Lest selbst!

Karrieretag auf der Leipziger Buchmesse – was stellt ihr euch darunter vor? Als ich die Ankündigung vor einigen Monaten gelesen hatte, stellte ich mir eine ganze Halle voller Verlage, Buchhändler, Agenturen und Verbänden vor, die auf der Suche nach Nachwuchstalenten sind. Ich stellte mir vor, dass es den ganzen Tag Vorträge und Diskussionen geben wird, wo man Fragen direkt an die Verlage stellen kann. Ich stellte mir vor, dass es anders sein würde, als es war.

Nun, ihr müsst wissen, ich plane gerne. Wenn sich eine Idee oder eine Vorstellung in meinen Kopf gesetzt hat, dann organisiere ich alles nur Mögliche, um das Optimum zu erreichen. Im Falle des Karrieretags bedeutete dies, ich habe Bewerbungsfotos machen lassen, Visitenkarten entworfen und gedruckt und mich über die Verlage, Buchhändler, Agenturen und Plattformen informiert, die mich interessieren. Am Abend vor der Messe habe ich mir stundenlang überlegt, was ich anziehe. Ihr kennt das. Man (bzw. Frau) macht sich stundenlang Gedanken, wirft Sachen über den Haufen, rauft sich die Haare, ruft das obligatorische „Ich habe nichts zum Anziehen!“, obwohl der Kleiderschrank voll ist, nur um dann doch wieder beim ersten Kleider-Ensemble zu landen.

Als dann endlich das Outfit stand und dieser wunderschöne Blog zum Leben erweckt war, klingelte nach gerade einmal 3 ½ Stunden Schlaf um 4 Uhr morgens der Wecker. Auf ging es durch Nebel, Regen, Schnee und Eis ins 500 Kilometer entfernte Leipzig. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie glücklich ich mich schätzen konnte, mit dem Auto unterwegs zu sein.

„Viel schöner als die Frankfurter Buchmesse“, das war so ziemlich das Erste, das mir durch den Kopf schoss, als wir durch die Eingangshalle liefen. Direkt gefolgt von „Oh, das ist aber ganz schön klein“, als ich den Karrierebereich sah. Ja, der Karrieretag fand in Halle 5 statt. Allerdings befand sich der Karrierebereich am hintersten Ende der Halle und bestand aus vier Ständen sowie zwei, so genannten, Fachforen. Die Fachforen hatten beinahe etwas Idyllisches mit ihren kleinen Kaffeetischen und der dezenten Deko. Doch leider war der Andrang für die Vorträge und Diskussionen größer als gedacht. Die vorhandenen ca. 40 Sitzplätze reichten bei weitem nicht aus, so dass viele Zuhörer auf dem Boden saßen oder sich die Beine in den Bauch standen. Doch wer würde nicht gerne stehen, wenn er dafür Fragen zur Bewerbung direkt an die Personalchefin der S. Fischer Verlage stellen kann?

Die Pausen zwischen den einzelnen Vorträgen wollte ich nutzen, um mir die Stände anzusehen. Im Karrierebereich war ich damit schnell durch, schließlich gab es nur vier. Und nur einer davon war ein Verlag, der auf Mitarbeitersuche war. Also umgedreht und ab zum Schwarzen Brett. Auch dort stand ich vor einer recht überschaubaren Anzahl an Stellenangeboten. Praktika, Volontariate, echte Stellenanzeigen – thematisch war für jeden etwas dabei. Da ich mir so viele Diskussionen und Vorträge anhören wollte, hatte ich leider kaum Zeit, um mir die anderen Hallen anzusehen. Lediglich der PAN-Phantastik-Lounge in Halle 3 habe ich einen Besuch abgestattet. Wenn man schon mal die Chance hat, Freundinnen zu sehen, die in ganz Deutschland verteilt wohnen, ergreift man sie schließlich. Nicht wahr?

Auch wenn ich bei weitem nicht mit so vielen Verlagen, Buchhändlern, Agenturen und Verbänden sprechen konnte wie ich es mir ausgemalt hatte, bin ich doch sehr froh, beim Karrieretag gewesen zu sein. Für mich war er trotz meiner anfänglichen Enttäuschung ob der Größe ein voller Erfolg, denn mir wurde die Angst vor der Bewerbung genommen. Ich dachte immer, dass ich nicht den klassischen Werdegang erfülle, um in der Buchbranche zu arbeiten. Ich dachte, mir würden wichtige Kompetenzen fehlen, um überhaupt in Frage zu kommen. Ihr Lieben, das ist Quatsch. Es gibt nicht DEN Werdegang. Auch wenn euch noch manche Qualifikationen fehlen, bewerbt euch trotzdem. Nicht ohne Grund stellen die S. Fischer Verlage Menschen ein, die als Qualifikation „Arbeiter auf einer Kiwi-Plantage in Neuseeland“ angeben. Die Unternehmen suchen das Besondere, nicht das Klassische!

Nun freue ich mich bereits auf die Frankfurter Buchmesse. Und dieses Mal werde ich mindestens zwei Tage vor Ort sein und mehr Gespräche führen. Sprecht mich gerne an, wenn ihr mich seht!

In diesem Sinne und mit Mut zur Lücke

Eure Julia

P.S. Ich freue mich, wenn ihr mir von euren Erfahrungen in den Kommentaren berichtet und beantworte gerne alle Fragen.

 

Artikelbild: Marie Mönkemeyer mit Bearbeitungen von Julia Weber

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